Eine einzige, unsichtbare SMS, die sogenannte «SMS des Todes», kann ein Android-Handy lahmlegen. Gespräche brechen ab, auch Notrufe, und das Handy startet immer wieder neu. Du musst dafür nichts anklicken. Schutz bietet das Sicherheitsupdate vom Oktober 2026. Prüfe deshalb heute noch, ob dein Android-Handy auf dem neusten Stand ist.
Was ist die «SMS des Todes»?
Der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk hat eine Lücke in Android entdeckt, die er «SMS des Todes» nennt. Eine speziell gebaute SMS bringt den Teil des Handys zum Absturz, der fürs Telefonieren zuständig ist.
Das Heimtückische daran:
- Die SMS erscheint nie in deinem Posteingang. Du siehst sie also gar nicht.
- Die Absendernummer bleibt verborgen.
- Du musst nichts anklicken oder öffnen. Es reicht, dass die SMS ankommt.
Was passiert mit dem Handy?
Laufende Gespräche brechen ab. Laut dem Forscher gilt das auch für Notrufe. Weil die Telefonanbieter nicht bestätigte Nachrichten oft erneut zustellen, wiederholt sich der Absturz immer wieder. In seinen Tests sorgte eine einzige SMS bis zu einer Woche lang für Ausfälle.
Kommen rund 20 solche Nachrichten an, ist das Handy praktisch unbrauchbar. Es startet etwa alle 90 Sekunden neu und landet schliesslich in einem Rettungsmenü, das anbietet, alle Daten zu löschen.
Welche Handys sind betroffen?
Betroffen sind Android-Handys. Getestet hat der Forscher unter anderem ein Google Pixel 9 und mehrere Samsung-Modelle. Der Angriff hat bei ihm jedes Mal funktioniert.
- Android 14 bis 17: Google hat die Lücke mit dem Sicherheitsupdate vom Oktober 2026 geschlossen. Du bist geschützt, sobald dein Handy dieses Update installiert hat.
- Android 12 und 13: Diese Versionen bekommen keine Updates mehr und bleiben wohl angreifbar.
- iPhone: Die Lücke steckt in Android. Von iPhones ist keine Rede.
Wichtig: Google stellt das Update bereit, verteilen muss es aber der Hersteller deines Handys. Je nach Marke und Modell kann es deshalb sein, dass das Update für dein Gerät noch nicht da ist. Schau in diesem Fall in ein paar Tagen nochmals nach.
So prüfst du, ob dein Handy geschützt ist
- Öffne die Einstellungen.
- Suche nach Software-Update oder Systemupdate und tippe auf «Herunterladen und installieren» bzw. «Nach Updates suchen». Installiere alles, was angeboten wird.
- Prüfe danach das Datum des Sicherheitsupdates. Du findest es meist unter Telefoninfo (oder «Über das Telefon»). Bei Samsung heisst es «Android-Sicherheitspatch-Ebene», bei Google Pixel «Android-Sicherheitsupdate».
- Steht dort Oktober 2026 oder später, bist du geschützt.
Die Menüs heissen je nach Hersteller etwas anders. Wenn du nicht weiterkommst, gib in der Suchleiste der Einstellungen einfach «Update» ein.
Mein Handy bekommt keine Updates mehr. Was nun?
Zeigt dein Handy Android 13 oder älter an, oder ist das letzte Sicherheitsupdate deutlich älter als ein Jahr, bekommt es vermutlich keine Updates mehr. Dann ist es nicht nur für diese Lücke anfällig, sondern auch für viele andere. Plane in diesem Fall einen Wechsel auf ein neueres Gerät ein. Mehr dazu liest du in Samsung stellt bei einigen Modellen den Updatesupport ein.
Tipp für Eltern: Kinder bekommen oft das alte Handy von Mama, Papa oder den Grosseltern. Gerade diese Geräte sind häufig nicht mehr auf dem neusten Stand. Prüfe auch diese Handys.
Und die Schweizer Telefonanbieter?
Ob Swisscom, Salt und Sunrise solche SMS bereits herausfiltern, ist noch offen. Swisscom hat laut Blick vorübergehende Massnahmen ergriffen, sagt aber nicht welche. Salt betont, dass ein Filter im Netz zwar zusätzlich schützen kann, das Update auf dem Handy aber nicht ersetzt. Verlass dich also nicht auf deinen Anbieter, sondern mach das Update.
Notfall: Mein Handy startet ständig neu
- Wähle im Rettungsmenü nicht «Wipe data» bzw. «Auf Werkseinstellungen zurücksetzen». Sonst sind alle Fotos, Kontakte und Nachrichten weg, die nicht gesichert sind.
- Die Daten lassen sich retten, das ist aber aufwendig: Das Handy muss an einen Computer angeschlossen werden, und die schädlichen Nachrichten werden mit einem Entwicklerprogramm von Hand gelöscht. Für Laien ist das kaum machbar. Hol dir dafür Hilfe bei einer technisch versierten Person oder in einem Fachgeschäft.
- Für Notrufe nutzt du in dieser Zeit ein anderes Telefon, zum Beispiel das Festnetz oder das Handy einer anderen Person.
Muss ich mir jetzt Sorgen machen?
Kein Grund zur Panik. Der Forscher hat allerdings eine Anleitung für den Angriff öffentlich ins Internet gestellt. Wer sie gegen fremde Handys einsetzt, macht sich strafbar, aber die Anleitung ist nun mal im Umlauf. Das Update schützt dich zuverlässig. Nimm dir deshalb heute fünf Minuten Zeit und prüfe dein Handy und die Handys deiner Familie.
Kurz zusammengefasst
- Eine unsichtbare SMS kann Android-Handys lahmlegen, ohne dass du etwas anklickst.
- Installiere das Sicherheitsupdate vom Oktober 2026 oder neuer.
- Handys mit Android 12 oder 13 bleiben angreifbar. Plane einen Wechsel.
- Startet dein Handy ständig neu: keine Daten löschen, sondern Hilfe holen.
Quelle: Blick, 3. November 2026
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