Gefälschtes CAPTCHA: Fallt nicht auf die neue Tastatur-Falle rein!

Habt ihr im Internet schon einmal ein kleines Rätsel gelöst, um zu beweisen, dass ihr kein Computerprogramm seid? Zum Beispiel Bilder von Ampeln angeklickt oder verwackelte Buchstaben abgetippt?

Diese Tests heissen CAPTCHA. Sie dienen eigentlich dazu, Websites vor bösen Bot-Programmen zu schützen.

Doch genau dieses Vertrauen nützen Cyberkriminelle jetzt aus. Aktuell rollt eine Welle von gefälschten CAPTCHAs durchs Netz. Die Masche (unter Fachleuten «ClickFix» genannt) hat nur ein Ziel: Sie möchte euch dazu bringen, den Betrügern selbst die Tür zu eurem Computer zu öffnen.

Das Gute daran: Wenn ihr den Trick einmal verstanden habt, seid ihr und eure Familie absolut sicher!

Wie der Trick funktioniert: Das gefälschte «Ich bin kein Roboter»-Fenster

Stell euch vor, ihr sucht nach einem Rezept, einer Nachrichtenseite oder einer Auskunft bei Google. Ihr klickt auf einen Link und plötzlich ploppt ein Fenster auf:

„Sicherheitsüberprüfung: Bitte bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind!“

Soweit sieht alles gewohnt aus. Doch wenn ihr auf „Ich bin kein Roboter“ klickt, passiert etwas Ungewöhnliches: Es erscheint kein Bilderrätsel. Stattdessen gibt euch die Webseite eine Anweisung für eure Tastatur:

  1. «Drücken Sie die Tastenkombination Windows-Taste + R«
  2. «Drücken Sie danach Strg + V (oder Einfügen)»
  3. «Drücken Sie die Enter-Taste.»
[ Wichtig zu wissen ]
Drückt ihr diese Tasten, passiert im Hintergrund Folgendes:
Die Website hat heimlich einen unsichtbaren, bösartigen Befehl in euren Zwischenspeicher gelegt. Wenn ihr die Tasten drückt, fügt ihr diesen Schadcode selbst auf eurem Computer ein und startet ihn.

Klassische Virenscanner schlagen dabei oft keinen Alarm, weil ihr den Befehl manuell eingegeben habt.

Was passiert, wenn man darauf hereinfällt?

Führt ihr diese Tastenkombination aus, lädt euer Computer im Hintergrund unbemerkt ein kleines Schadprogramm herunter. Diese Programme heissen Infostealer.

Sie greifen nicht eure privaten Fotos oder Dokumente an, sondern suchen nach euren digitalen Schlüsseln:

  • Im Browser gespeicherte Passwörter (E-Mail, Online-Banking, Shopping-Konten).
  • Aktive Anmelde-Sitzungen (damit Betrüger auf eure Konten zugreifen können, ohne nach einem Passwort gefragt zu werden).

Die goldene Regel: Wie ihr euch und eure Familie schützt

Es gibt eine ganz einfache Regel, die euch zu 100 % vor dieser Masche schützt:

Ein echtes CAPTCHA verlangt NIEMALS, dass ihr Tastenkombinationen auf eurer Tastatur drückt!

Echte Überprüfungen lassen euch Bilder anklicken, Schieberegler bewegen oder Häkchen setzen. Sobald eine Website euch auffordert, Tasten wie Win + R zu drücken oder Befehle einzufügen, ist es immer Betrug!

3 Tipps für euren Alltag:

  1. Sofort das Browser-Tab schliessen: Sieht jemand von euch eine solche Aufforderung? Klickt auf keinen Fall weiter. Schliesst einfach das Browser-Fenster oder den ganzen Browser.
  2. Kinder und Grosseltern aufklären: Erklärt euren Kindern oder älteren Familienmitgliedern kurz diese Regel: „Wenn euch eine Internetseite auffordert, Tasten auf der Tastatur zu drücken, macht die Seite sofort zu.“
  3. Keine Panik bei Fehlermeldungen: Betrüger nutzen oft Wörter wie „Verbindungsfehler“, „Update erforderlich“ oder „Zugriff verweigert“, um Druck auszuüben. Lasst euch davon nicht aus der Ruhe bringen.

Was tun, wenn es doch passiert ist?

Falls jemand aus eurer Familie bereits auf den Trick hereingefallen ist und die Tasten gedrückt hat:

  1. Internetverbindung trennen: Zieht das Netzwerkkabel ab oder schaltet das WLAN am Gerät sofort aus.
  2. Virenscanner starten: Führt einen vollständigen Systemscan mit eurem Antivirenprogramm aus.
  3. Passwörter ändern: Ändert von einem anderen Gerät (z. B. eurem Smartphone) die Passwörter eurer wichtigsten Konten (E-Mail, Banking, Haupt-Accounts).
  4. Wichtige Konten prüfen: Achtet in den nächsten Tagen auf ungewöhnliche Anmeldebenachrichtigungen bei euren E-Mail- oder Social-Media-Accounts.

Fazit

Cyberkriminelle werden immer technischer, um uns auszutricksen. Aber am Ende versuchen sie immer noch, uns durch Täuschung zu Handlungen zu bewegen. Wenn ihr euch merkt, dass eure Tastatur bei einer Roboter-Prüfung nichts zu suchen hat, seid ihr den Betrügern bereits einen Schritt voraus!

Habt ihr Fragen dazu oder ist euch eine verdächtige Seite aufgefallen? Schreibt uns gerne auf Cybersofa!


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