Tech-Konzerne verdienen Milliarden, während Opfer digitaler Gewalt allein gelassen werden. Wie ihr euch jetzt gemeinsam schützen könnt.
Es ist ein ungleicher Kampf: Auf der einen Seite stehen hochentwickelte KI-Algorithmen und Social-Media-Konzerne. Auf der anderen Seite stehen die Opfer von Cybermobbing und Deepfakes – und die werden viel zu oft komplett allein gelassen.
Bestimmt habt ihr es in den Nachrichten mitverfolgt oder redet selbst im Freundeskreis darüber: Die aktuelle Campax-Petition „Deepfakes & Digitale Gewalt: Herr Bundesrat Jans, schützen Sie uns!“ legt den Finger in eine ganz offene Wunde der Schweizer Digitalpolitik. Während die Technologie galoppiert, schleicht unsere Gesetzgebung im Schneckentempo hinterher. Der aktuelle Entwurf des Bundesrats regelt zwar administrative Pflichten für Plattformen, lässt aber konkrete, weitreichende Schutzmassnahmen gegen KI-generierten Missbrauch komplett vermissen. Wir finden: Das reicht einfach nicht!

Das schmutzige Geschäft mit eurer Aufmerksamkeit
Fragt ihr euch auch manchmal, warum Plattformen wie Meta nicht von sich aus konsequenter durchgreifen? Die Antwort ist leider so simpel wie frustrierend: Es geht ums Geld. Kontroverser, emotional aufwühlender Content – und dazu gehören leider auch Hetze, Mobbing und Fake-Inhalte – hält uns alle länger auf den Plattformen. Das bringt den Konzernen Klicks und spült Milliarden an Werbegeldern in die Kassen. Solange es keine drakonischen gesetzlichen Strafen und proaktiven Löschpflichten gibt, bleibt der Schutz unserer Privatsphäre für die Tech-Giganten zweitrangig.
CyberSofa-Quick-Tipps: So schützt ihr eure digitale Identität
Weil wir alle nicht auf die Politik warten können, müssen wir die Sicherheit jetzt selbst in die Hand nehmen. Schnappt euch eure Liebsten, setzt euch zusammen aufs Sofa und geht diese drei Sofortmassnahmen durch:
- Schützt eure „Avatare“: Nutzt für öffentliche Profile (z. B. LinkedIn, Instagram oder Foren) idealerweise keine hochauflösenden Porträtfotos, die euch direkt von vorne zeigen. Je weniger klare, biometrische Merkmale eine KI extrahieren kann, desto schwerer macht ihr es den Tätern, ein Deepfake von euch zu erstellen. Überprüft gemeinsam eure Privatsphäre-Einstellungen und stellt Profile wenn möglich auf „privat“.
- Sensibilisiert eure Kinder beim Gaming: Viele Kinder und Jugendliche merken gar nicht, wie schnell sie in scheinbar harmlosen Spiele-Chats (Roblox, Discord etc.) private Details oder Fotos preisgeben. Setzt euch mit euren Kids zusammen, richtet die Kinderschutz-Einstellungen der Geräte strikt ein und deaktiviert Direktnachrichten von Fremden.
- Im Ernstfall: Sichert sofort Beweise! Wenn jemand in eurem Umfeld oder ihr selbst Opfer von Cybermobbing oder Deepfakes werdet: Reagiert schnell. Macht sofort Screenshots, sichert die URLs der entsprechenden Seiten und lasst euch nicht einschüchtern. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und meldet die Inhalte direkt bei den Plattformen sowie beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS).
Fazit
Die Petition der Guido Fluri Stiftung ist ein überfälliger Weckruf an Bundesrat Beat Jans. Es wird Zeit, dass die Schweiz zeigt: Der digitale Raum ist kein rechtsfreier Raum. Setzt gemeinsam ein Zeichen und unterstützt die Petition mit eurer Unterschrift!
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