Woher kennen Betrüger meine Daten? Ein Blick hinter die Kulissen des Datenmissbrauchs

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Für die, die keine Zeit haben: Betrüger können eure Daten dank grosser Datenlecks und gezieltem Phishing sammeln – versteht, wie diese Mechanismen funktionieren und wie ihr euch schützen könnt.

Im digitalen Alltag stellt ihr euch vielleicht die Frage: Wie kommen Kriminelle eigentlich an meine Daten? Wenn ihr die Datenmissbrauch Mechanismen versteht, seid ihr einen Schritt weiter – denn wer die Spielregeln kennt, kann sich wirkungsvoller schützen.

Warum kennen Betrüger euren Namen, eure Adresse oder Bank?

Wenn ihr eine E‑Mail oder einen Anruf bekommt, bei dem bereits euer Name, eure Adresse oder gar eure Bank genannt wird, dann ist das kein Zufall. Es steckt ein methodisches Vorgehen dahinter. Kriminelle sehen persönliche Daten nicht als Nebensache, sondern als Rohstoff. Sie verfolgen zwei Hauptstrategien, um Daten zu sammeln, zu verknüpfen und für Betrugsversuche nutzbar zu machen.

1. Passive Beschaffung – Datenlecks als Einstieg

Bei der passiven Beschaffung geht es darum, dass eure Daten bereits irgendwo durch ein Leck oder eine Panne öffentlich geworden sind. Ein „Datenleck“ bezeichnet den ungewollten Austritt vertraulicher Daten – verursacht durch innere Schwachstellen, menschliches Versagen oder technische Fehlkonfigurationen.

In solchen Fällen können Namen, E‑Mail‑Adressen, Telefonnummern, Wohnadressen, Geburtsdaten und manchmal auch Zugangsdaten betroffen sein. Nach solchen Vorfällen werden diese Datensätze von Cyberkriminellen gesammelt, gekauft oder direkt weiterverwendet. Laut aktuellen Statistiken lag der globale Durchschnittspreis einer Datenpanne im Jahr 2025 bei etwa 4,44 Mio USD. (secureframe.com)

Wenn eure Adresse oder euer Name in einem solchen Datensatz auftaucht, landet ihr auf Listen, die für gezielte Phishing‑Aktionen genutzt werden. Statt einer zufälligen Mail können Kriminelle direkt „gezielt“ vorgehen – mit glaubwürdiger Ansprache.

2. Aktive Beschaffung – Phishing & gezielte Täuschung

Die zweite Strategie ist die aktive Beschaffung: Hier werdet ihr direkt angesprochen, meist mit „Bitte verifizieren Sie Ihre Daten“ oder „Aktualisieren Sie Ihre Angaben“, mit Zeitdruck oder Drohung („sonst Kontosperrung“). Diese Methode zielt darauf ab, gezielt fehlende Datenpunkte zu sammeln – nicht nur Passwörter, sondern auch Adressen, IBAN, Ausweisdaten, digitale Unterschriften.

Ein aktueller Fall: Eine E‑Mail, scheinbar von einer Versicherung, forderte neben persönlichen Angaben auch eine Kopie des Ausweises und eine digitale Unterschrift. Solche Massnahmen lösen Alarm aus, aber oft erscheinen sie so echt, dass viele Nutzer mitmachen.

3. Zusammenspiel der beiden Wege

Beide Wege wirken zusammen – durch die passiven Daten habt ihr bereits eine Grundbasis (Name, E‑Mail, Adresse), durch aktive Beschaffung werden die fehlenden Puzzleteile gesammelt. Wer die Datenmissbrauch Mechanismen versteht, erkennt: Hinter jedem scheinbar harmlosen Datenaustausch steckt Potenzial für einen gezielten Angriff. Mit anderen Worten: Wenn ihr euch bewusst macht, wie eure Daten verarbeitet werden könnten, seid ihr nicht nur Opfer, sondern proaktiv geschützt.

4. Was könnt ihr tun – effektive Schutzmassnahmen

  • Misstraut allen unaufgeforderten Nachrichten, die persönliche Daten verlangen oder euch zu dringendem Handeln auffordern. Ruft im Zweifel die offizielle Website der Institution auf und meldet euch dort an – nicht über bereitgestellte Links oder Telefonnummern in der Nachricht.
  • Verwendet für jedes Online‑Konto ein einzigartiges, starkes Passwort (mindestens 12 Zeichen, Gross‑ und Kleinbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) und aktiviert die Mehr‑Faktoren‑Authentifizierung (MFA) wo immer möglich.
  • Klickt keine Links oder ruft keine Nummern aus verdächtigen Nachrichten an. Nutzt offizielle Wege – z. B. über die Website oder App der Institution.
  • Gebt online nur die zwingend notwendigen Daten ein – viele Formulare fragen mehr, als wirklich gebraucht wird.
  • Werdet ihr selbst Opfer: Sprecht sofort mit eurer Bank oder eurem Kreditkartenanbieter. Sperrt Konten und Karten. Meldet die Anzeige bei der kantonalen Polizei und über die Plattformen des Bundesamt für Cybersicherheit (BACS).

Fazit

Wenn ihr die Datenmissbrauch Mechanismen richtig einstuft, erkennt ihr: Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um ein systematisiertes Vorgehen. Datenlecks + zielgerichtetes Phishing = grosses Risiko. Eure stärkste Verteidigung ist Vorsicht, Kontrolle und bewusster Umgang mit euren Daten.

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