Unbekannter droht mit Datenverkauf im Darknet

Für die, die keine Zeit haben: Die Absender behaupten, persönliche Daten oder intime Informationen gestohlen zu haben. Oft wird mit einer Veröffentlichung im Darknet gedroht, wenn kein Geld bezahlt wird. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um eine Massen-Erpressung ohne echte Daten. Wichtig: Ruhe bewahren, nichts bezahlen und die Nachricht nicht beantworten.

Was ist passiert?

Immer wieder melden Betroffene eine Erpressungsnachricht per E-Mail. Darin behauptet ein unbekannter Täter, Zugriff auf persönliche Daten oder sogar auf den Computer gehabt zu haben. Teilweise wird behauptet, dass beim Besuch von Webseiten heimlich Videos aufgenommen wurden.

Der Absender droht damit, diese Daten im Darknet zu veröffentlichen oder an Kontakte zu senden. Um dies zu verhindern, soll eine Zahlung in Kryptowährung erfolgen.

In vielen Fällen sind diese Drohungen jedoch erfunden. Die Täter versenden solche Nachrichten massenhaft in der Hoffnung, dass einige Empfänger aus Angst bezahlen.

So funktioniert der Betrug

  • Täter verschicken Erpressungs-E-Mails an viele Menschen gleichzeitig.
  • Sie behaupten, den Computer oder das Smartphone gehackt zu haben.
  • Oft wird behauptet, es existiere ein kompromittierendes Video.
  • Die Nachricht enthält eine Zahlungsforderung in Bitcoin oder anderer Kryptowährung.
  • Manchmal wird ein altes Passwort erwähnt, um glaubwürdiger zu wirken.
  • Es wird mit einer Frist gedroht, um Druck zu erzeugen.
  • Ziel ist ausschliesslich, Angst zu erzeugen und Geld zu erpressen.

So erkennst du den Betrug

Die Nachrichten sind meist ähnlich aufgebaut. Sie sollen vor allem Angst auslösen.
Typische Warnzeichen sind:

  • Drohungen mit Veröffentlichung persönlicher Daten im Darknet
  • Forderung nach Zahlung in Kryptowährung
  • angebliche Videos oder kompromittierende Aufnahmen
  • kurze Zahlungsfrist (z. B. 48 Stunden)
  • allgemeine Anrede ohne persönlichen Bezug
  • schlechte Sprache oder automatische Übersetzungen

Besonders häufig ist eine Variante, bei der ein altes Passwort aus früheren Datenlecks genannt wird. Das soll beweisen, dass der Täter Zugriff auf den Computer hat – was meist nicht stimmt.

So schützt du dich

  1. Nicht antworten und nichts bezahlen. Erpressungszahlungen lösen das Problem nicht.
  2. E-Mail löschen oder als Spam markieren. So wird sie künftig eher blockiert.
  3. Passwörter prüfen und ändern. Besonders wenn ein Passwort in der Nachricht erwähnt wird.
  4. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Das schützt wichtige Konten zusätzlich.
  5. Computer auf Malware prüfen. Ein aktuelles Virenschutzprogramm kann helfen.
  6. Vorfall melden. Beispielsweise bei einer Meldestelle cybercrimepolice.ch.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist mein Computer wirklich gehackt worden?
In den meisten Fällen nicht. Die Täter verschicken standardisierte Erpressungs-E-Mails an viele Empfänger gleichzeitig. Die Drohungen sind meist frei erfunden. Nur selten steckt tatsächlich ein Angriff dahinter.

Warum kennen die Täter manchmal mein Passwort?
Oft stammen diese Passwörter aus älteren Datenlecks von Webseiten. Diese Listen werden im Internet gehandelt. Das bedeutet nicht, dass dein aktueller Computer gehackt wurde. Trotzdem sollte das Passwort sofort geändert werden.

Soll ich das geforderte Geld bezahlen?
Nein. Eine Zahlung garantiert nichts. Die Täter können trotzdem weitere Forderungen stellen oder die Drohung wiederholen. Bezahlen macht dich für weitere Betrugsversuche sogar interessanter.

Was soll ich tun, wenn ich unsicher bin?
Ändere deine Passwörter und überprüfe deine Geräte auf Schadsoftware. Wenn du weiterhin Zweifel hast, kann eine Fachperson oder ein IT-Support helfen.

Fazit

Kriminelle versuchen erneut Menschen mit Angst unter Druck zu setzen. Die meisten dieser Nachrichten sind reine Massen-Erpressungen ohne echte Daten. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und nicht zu bezahlen. Passwörter sollten vorsorglich geändert und wichtige Konten zusätzlich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt werden. Wer aufmerksam bleibt, kann diese Betrugsversuche leicht erkennen und ignorieren.

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