Swisscom Preiserhöhung 2026: Was ihr jetzt wissen solltet

Für die, die keine Zeit haben: Swisscom erhöht ab April 2026 viele Abo‑Preise um 0,90 bis 1,90 Franken pro Monat. Ihr könnt bei Nichtgefallen gebührenfrei kündigen.

Die Swisscom Preiserhöhung 2026 betrifft zahlreiche Privatkundinnen und -kunden in der Schweiz und wurde auf moneyland.ch von Telekom‑Experte Ralf Beyeler analysiert. Ab dem 1. April 2026 steigen die Monatsgebühren je nach Abo um bis zu 1,90 Franken, was bis zu 6,4 Prozent entspricht. Der Bericht wurde auf moneyland.ch publiziert und von Ralf Beyeler verfasst. Auch Swisscom sowie SRF bestätigen den Zeitplan und die Höhe der Anpassungen.

Was genau wird teurer?

Betroffen sind vor allem folgende Produkte:

  • Internet-Abos: zwischen 2.1% – 2.9%
  • Mobile-Abos: zwischen 1.9% – 6.4%.
  • TV-Abos: zwischen 1.3% – 6%

Ausgenommen sind Grundversorgung, Prepaid‑Angebote sowie reine Daten‑ und Kinderabos. Swisscom informiert betroffene Kundinnen und Kunden per Rechnung oder E‑Mail. Moneyland.ch bestätigt, dass je nach Abo bis zu 6,4 Prozent Mehrkosten entstehen.

Warum steigen die Preise – und warum das viele irritiert

Swisscom begründet die Preiserhöhung mit sinkenden Umsätzen, höherem Leistungsumfang und massiven Investitionen (allein 2025 rund 1,7 Mrd. Franken in der Schweiz).

Unsere Einschätzung:
Viele Kundinnen und Kunden kritisieren, dass Swisscom seit Jahren deutlich teurer ist als die Konkurrenz. Moneyland.ch zeigt, dass vergleichbare Flatrate‑Handy Abos, TV und Internetabos bei vielen Anbietern weniger als die Hälfte kostet:

  • Flatrate Handyabo – CH unlimitiert – bei anderen Anbieter unter CHF 20 – Swisscom CHF 71.80
  • Dasselbe mit Datenroaming (20GB in Europa) rund CHF 20 – Swisscom CHF 81.80
  • Langsames Internetabo (ausreichend für normale Haushalte) bei anderen Anbieter <CHF 30 – Swisscom CHF 66.80
  • Gigabit Internet gibt es ab ca. CHF 35 – Swisscom CHF 81.80

Deshalb wirkt die offizielle Erklärung für viele scheinheilig und vorgeschoben.

Zahlencheck: Reingewinne & Dividenden

Ein Blick auf die Swisscom‑Finanzen der letzten Jahre zeigt, dass trotz angeblichem Preisdruck hohe Gewinne erzielt werden (Swissinfo.ch):

  • 2022: Reingewinn 1,603 Mrd. CHF.
  • 2023: Reingewinn 1,711 Mrd. CHF (+6,7 %).
  • 2024: Reingewinn 1,541 Mrd. CHF (Rückgang wegen Vodafone‑Übernahme).

Die Dividende blieb jahrelang bei 22 CHF stabil, der Ausblick sieht sogar 26 CHF vor.
Der Staat hält 51 % an Swisscom und erhielt 2024 581 Mio. CHF Dividende.

Fazit:
Wenn Gewinne hoch, Dividenden stabil bzw. steigend und gleichzeitig die Preise erhöht werden, liegt der Verdacht nahe, dass die Preiserhöhung weniger mit „Service Public Kosten“ zu tun hat – sondern vielmehr mit Gewinnmaximierung zugunsten des Bundes und der Investorinnen und Investoren.

Was bedeutet das für euren Geldbeutel?

Die Preisaufschläge summieren sich besonders bei Kombi‑Abos. Der Marktvergleich zeigt: Viele Anbieter sind wesentlich günstiger – ohne relevanten Komfortverlust. Swisscom bleibt Spitzenreiter bei den Preisen.

Ihr besitzt aber ein wichtiges Recht: Ihr dürft bei Nichtakzeptanz der Preiserhöhung den Vertrag gebührenfrei kündigen.

Was solltet ihr jetzt tun?

  1. Rechnung prüfen
    Achtet auf Hinweise zu eurem Abo in den nächsten Wochen.
  2. Bedarf checken
    Prüft, welche Geschwindigkeit, Optionen oder Zusatzleistungen ihr wirklich braucht.
  3. Alternativen vergleichen
    Nutzt Abo‑Vergleiche (z. B. moneyland.ch oder dschungelkompass.ch). Das Sparpotenzial ist hoch.
  4. Bei Bedarf kündigen
    Wenn euch die Anpassung nicht passt, könnt ihr den Vertrag vorzeitig und ohne Strafgebühr kündigen.
  5. Im Swisscom‑Netz bleiben – trotzdem sparen
    Wenn ihr weiterhin das Swisscom‑Netz nutzen möchtet, wechselt zu Mocom, Wingo oder einem der vielen virtuellen Anbieter, die Swisscom‑Netzqualität zu deutlich günstigeren Preisen bieten.
    Für Internet lohnt sich auch ein Blick zu Quickline, das oft attraktive und faire Angebote bereithält.

Blick nach vorn

Unklar bleibt, ob weitere Preiserhöhungen folgen. Klar ist aber: Die offiziellen Begründungen wirken angesichts hoher Gewinne und stabiler Dividenden wenig überzeugend. Die Kritik am Vorgehen ist berechtigt und wird auch künftig anhalten.

Screenshot internet-offer.ch
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