Für die, die keine Zeit haben: In der Schweiz kam es in mehreren Handyshops zu dokumentiertem Betrug – darunter ein Salt Shop in Bern und eine Mobilezone‑Filiale in Emmen. Wir erklären die Maschen und zeigen einfache Schritte, wie ihr euch schützen könnt.
Ältere Menschen werden in der Schweiz immer häufiger Opfer von Betrug in Handyshops. Besonders bekannt wurde die sogenannte Salt Verkaufsmasche. In einem Berner Shop wurden Seniorinnen und Senioren zu mehreren teuren Abos und Geräten gedrängt, obwohl sie eigentlich nur eine einfache Frage oder technische Unterstützung benötigten. Die Fälle zeigen deutlich: Viele ältere Menschen sind einsam, vertrauensvoll oder technisch unsicher – und genau das nutzen betrügerische Verkäufer oft gezielt aus.
Welche Shops betroffen sind
1. Salt Shop am Berner Bärenplatz (Bern)

Die bekanntesten Fälle von Betrug stammen aus dieser Filiale.
Betroffene berichten, dass sie mehrere Handy‑Abos, Smartphones und Musikboxen erhielten, obwohl sie nur eine einfache Beratung suchten. Vertragsunterlagen wurden als harmlos dargestellt, und Kundinnen und Kunden wurden gedrängt, sofort zu unterschreiben. Erst nach Einschalten einer Ombudsstelle wurden einige Verträge wieder rückgängig gemacht. (SRF Espresso)
2. Mobilezone Filiale Emmen (Luzern)
Auch bei Mobilezone wurde Betrug dokumentiert.
Ein Kunde erhielt ein Sunrise‑Vertragsupgrade, obwohl er nie in der Filiale war. Seine Unterschrift war gefälscht, die Ausweisnummer stimmte nicht, und trotzdem wurden ihm monatelang Gebühren belastet. Erst nachdem der Fall öffentlich wurde, kam es zu Konsequenzen. (SRF Expresso)
3. Weitere Filialen mit auffälligen Mustern
Online‑Rezensionen zu gewissen Shops – unter anderem ebenfalls in Bern – berichten vermehrt von falschen Versprechen, Druck und unnötigen Mehrfachverträgen. Auch wenn sie nicht offiziell bestätigt sind, zeigen diese Meldungen ein deutliches Muster: Solche Betrugsfälle sind keine einmaligen Ausrutscher.
Warum ältere Menschen besonders betroffen sind
Viele Seniorinnen und Senioren:
- sind einsam und froh über ein Gespräch,
- vertrauen Menschen, die freundlich auftreten,
- fühlen sich technisch überfordert,
- oder glauben an das Gute im Menschen und stellen deshalb weniger Rückfragen.
Diese Kombination macht sie leider zu einer idealen Zielgruppe für Betrug. Studien zeigen, dass eine grosse Zahl älterer Menschen in der Schweiz in den letzten Jahren Opfer von finanziellem Missbrauch wurde. Die Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein.
Wie solche Betrugsmaschen funktionieren
1. Verwirrung durch Papier und Fachsprache
Mehrere Formulare werden gleichzeitig vorgelegt. Es wird behauptet, alles sei „das Gleiche“. Dadurch unterschreiben Betroffene oft Verträge, die sie nicht wollten.
2. Zeitdruck
Verkäufer behaupten, etwas müsse „jetzt sofort“ erledigt werden. Betroffene fühlen sich gedrängt und unterschreiben vorschnell.
3. Zusatzverträge und Geräte
Ohne klare Erklärung werden mehrere Abos, Smartphones und Zubehör hinzugefügt – weit über den tatsächlichen Bedarf hinaus.
Wie ihr euch schützen könnt
1. Niemals sofort unterschreiben
Nehmt alle Unterlagen mit nach Hause und prüft sie in Ruhe. Seriöse Unternehmen akzeptieren das problemlos.
2. Eine Vertrauensperson mitnehmen
Gerade ältere Menschen sollten bei Vertragsgesprächen nicht allein sein. Eine zweite Person stellt kritische Fragen und verhindert Drucksituationen.
3. Nur kaufen, was ihr wirklich braucht
Lasst euch nichts aufschwatzen, das ihr nicht nutzt oder versteht. Fragt immer: „Brauche ich das wirklich?“
4. Schriftlich widersprechen
Wenn etwas merkwürdig wirkt oder unklar ist: sofort schriftlich widersprechen. Forderungen nicht einfach bezahlen.
5. Verdacht auf Fälschung? Anzeige prüfen
Wenn Unterschriften oder Dokumente manipuliert aussehen, ist eine Anzeige sinnvoll – besonders wenn der Anbieter nicht kooperiert.
Warum Aufklärung der beste Schutz ist
Die Salt Verkaufsmasche hat gezeigt, wie schnell ältere Menschen in eine Falle geraten können. Gleichzeitig hat die öffentliche Diskussion auch gezeigt: Wenn Fälle bekannt werden, steigt der Druck auf die Unternehmen, Verantwortung zu übernehmen und Verträge rückgängig zu machen.
Offene Gespräche in Familien, Nachbarschaften und Vereinen helfen enorm. Je mehr ihr über solche Maschen wisst, desto schwerer haben es betrügerische Verkäufer.