Angriffe auf WhatsApp‑Gruppen: So schützt ihr euch wirksam

Für die, die keine Zeit haben: Angreifer können euch ungefragt zu WhatsApp‑Gruppen hinzufügen und dort schädliche Dateien verteilen. Mit einfachen Einstellungen schützt ihr euer Smartphone zuverlässig.

Angriffe auf WhatsApp Gruppen nehmen stark zu. Kriminelle nutzen eine bisher unterschätzte Funktion im Messenger: Sie fügen eure Telefonnummer ohne Zustimmung zu einer Gruppe hinzu und senden dort eine manipulierte Datei. Diese Datei wird durch die Standard­einstellungen von WhatsApp automatisch heruntergeladen – ganz ohne Klick. Dadurch landet potenziell gefährliche Malware direkt auf euren Smartphones, bevor ihr überhaupt reagieren könnt.

Was genau passiert bei diesen Angriffen?

Hacker benötigen lediglich eure Telefonnummer. Danach fügen sie euch in eine Gruppe ein und schicken eine Datei, die WhatsApp automatisch speichert. Dafür müsst ihr nicht einmal auf etwas tippen. Sicherheitsforscher von Googles Project Zero und Malwarebytes haben diese Schwachstelle aufgedeckt. Sie warnen, dass der von Meta veröffentlichte Patch bisher nicht ausreicht, um alle Angriffsszenarien zu verhindern.

Zwar wird die Malware nicht sofort ausgeführt, aber sie liegt bereits auf eurem Gerät. Kriminelle versuchen dann häufig, euch per Nachricht oder Anruf dazu zu bringen, diese Datei zu öffnen. Einmal geöffnet, kann die Software persönliche Daten auslesen oder weitere Schadprogramme nachladen.

Warum ist das so gefährlich?

Diese Angriffe sind nahezu unsichtbar. Es braucht keinen klassischen Phishing‑Klick mehr. Das macht die Methode besonders kritisch für alle, die wenig Erfahrung mit IT‑Sicherheit haben. Selbst vorsichtige Nutzer können leicht Opfer werden. Laut mehreren Berichten bleibt unklar, wann die Sicherheitslücke vollständig behoben ist, da Google weiterhin Schwachstellen sieht

Was solltet ihr jetzt tun?

Bis WhatsApp ein vollständiges Update liefert, könnt ihr euch selbst schützen – und das sehr effektiv.

1. Automatische Downloads ausschalten

Die wichtigste Massnahme: verhindert, dass Dateien automatisch heruntergeladen werden.
So geht ihr vor:

  • Öffnet WhatsApp
  • Geht zu Einstellungen
  • Tippt auf Speicher und Daten
  • Unter „Autom. Download von Medien“ stellt alle Dateitypen auf Niemals

Damit wird keine Datei ohne eure Zustimmung gespeichert.

2. Gruppen­einladungen einschränken

Legt fest, wer euch zu Gruppen hinzufügen darf.

  • Öffnet Einstellungen
  • Tippt auf Datenschutz
  • Wählt Gruppen
  • Stellt von „Alle“ auf Meine Kontakte oder Meine Kontakte ausser…

So verhindert ihr, dass Fremde euch einfach in Gruppen ziehen.

3. Medien nicht automatisch in der Galerie speichern

Viele Nutzer übersehen diese Einstellung.

  • Öffnet Einstellungen
  • Geht zu Chats
  • Schaltet „Sichtbarkeit von Medien“ aus

Damit landen selbst heruntergeladene Dateien nicht direkt in eurer Galerie.

4. Auf verdächtige Gruppen richtig reagieren

Falls ihr bereits in einer seltsamen Gruppe landet:

  • Gruppe sofort verlassen
  • Nummer des Einladenden blockieren
  • Gruppe in WhatsApp melden
  • Keine Links anklicken, keine Dateien öffnen
  • Niemals persönliche Daten teilen

Fazit

Angriffe auf WhatsApp‑Gruppen sind kein Randthema mehr. Sie betreffen immer mehr Nutzer, besonders jene, die sich auf Standardeinstellungen verlassen. Mit wenigen Änderungen in euren WhatsApp‑Einstellungen könnt ihr euer Gerät aber sehr zuverlässig schützen. Prüft die genannten Punkte, passt eure Einstellungen an und bleibt wachsam.

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